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Weinlexikon

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wurzelecht

Ein Rebstock wird als wurzelecht bezeichnet, wenn fruchttragender Teil und Wurzelstock von derselben Pflanze stammen. Auch die Begriffe Direktträger, Selbstträger und Wurzelrebe werden für diese Art von Rebe verwendet. Nur in wenigen Ländern und einzelnen Langen von Weingütern werden wurzelechte Reben kultiviert. Vor allem auf den Inseln Santorin und Zypern, aber auch große Bereiche in Chile und der portugiesische Bereich Colares sind die wurzelechten Typen zu finden. Sie wurden keinem Veredelungsverfahren unterzogen und benötigen bestimmte Bodenbedingungen.

Etwa 90 Prozent der Rebstöcke weltweit sind keine wurzelechten Reben. Begründet ist dies durch Anfälligkeit der wurzelechten Reben gegen die Reblaus, die durch das sogenannte Veredeln erreicht wird. Dieses Verfahren wurde im Zuge der Reblauskatastrophe Mitte des 19. Jahrhunderts durch die aus Amerika eingeschleppte Reblaus etabliert. Man erkannte, dass sich die amerikanischen Wildreben resistent gegen die Reblaus zeigten und die Wurzeln zwar teils befallen waren, die Reben jedoch nicht abstarben. Im Gegensatz zu den amerikanischen Reben war der Befall bei den europäischen Reben am Blatt zu beobachten.

Schnell war die Idee geboren, eine Pfropfung der Wurzelstöcke ausgewählter amerikanischer Reben mit Edelreisern von europäischen Reben vorzunehmen. Nach einigen Fehlversuchen zeigte sich das vor allem bei Obst- und Rosensorten übliche Verfahren der Pfropfung (auch Kopulation genannt) auch bei den Reben erfolgreich. Diese Technik ist schon seit der Antike bekannt. Im Prinzip handelt es sich um eine Transplantation eines Pflanzenteiles, Edelreis genannt, auf den Wurzelteil einer anderen Pflanze, Unterlage genannt.

Eine Veredelung wird mittlerweile grundsätzlich in allen Ländern vorgenommen, jedoch nicht nur wegen der Reblaus. Die Veredelung hat ebenso den Vorteil Erträge dadurch erhöhen zu können und die Reben erreichen so eine größere Resistenz gegen bestimmte Krankheiten oder Bodenbegebenheiten. Das Veredeln erfolgt dabei in drei Schritten in der Rebschule, das Vortreiben (beginnende Trieb- und Wurzelbildung), die Einschulung (Auswachsen zu einem Setzling) und das Abhärten (Vorbereiten für das Aussetzen im Weingarten). Eine immer wieder in der Diskussion stehende Frage ist, ob Wein von unveredelten, also wurzelechten Reben, besser sei.

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