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Reblaus

Als der gefährlichste Feind der Weinrebe gilt immer noch die Reblaus (Viteus vitifoliae). Der Schädling gelangte von den Vereinigten Staaten um 1860 zum ersten Mal aufs Europäische Festland, durch den Import der wilden Labrusca-Rebe, die gegen die Reblaus immun ist. Im Jahr 1863 trat in England und an der südlichen Rhône der erste Reblaus-Befall auf.

Das Insekt gehört zur Familie der Zwergläuse (lat. Phylloxeridae). Der Biologe Dr. Carl Börner studierte den Schädling intensiv und unterschied zwischen zwei Arten der Reblaus (der langrüssligen und der kurzrüssligen), die unterschiedliches Verhalten gegenüber der Weinrebe zeigen. Zudem unterscheidet man zwischen den verschiedenen Arten der Wurzelreblaus, der Reblausfliege und der Maigallenlaus.

Der Schädling durchläuft einen besonderen Entwicklungszyklus: er vollzieht einen Wirtswechsel von den Blättern zur Wurzel eines Rebstocks, wobei er an den Wurzeln und Blättern der Rebe saugt und schädlichen Speichel an die Pflanze abgibt. Im Winter legen die Geschlechtstiere Eier auf den Blättern ab, aus denen sich die Maigallenläuse entwickeln, die wiederum Eier in sogenannten Gallen auf den Blättern ablegen. Die Jungläuse, die aus diesen Gallen schlüpfen, verbreiten sich auf der Rebe und wandern im Spätsommer bis zur Wurzel des Rebstocks. Die Jungläuse überwintern im Boden und somit beginnt der unterirdische Entwicklungszyklus der Reblaus. Im Frühling ernähren sie sich von den Wurzeln und vollenden schließlich ihr Wachstum zu eierlegenden Weibchen. Im Wurzelbereich entstehen mehrere Generationen von Läusen. Im Spätherbst wandeln sich einige Wurzelläuse zu sogenannten Nymphen, die sich zu Reblausfliegen entwickeln wenn sie die Erde verlassen. Diese suchen weitere Rebstöcke auf, legen Eier, aus denen schließlich wieder männliche und weibliche Rebläuse schlüpfen, die sich paaren. Der Kreislauf schließt sich, indem die weibliche Reblaus ihr Winterei ablegt, aus dem sich dann wiederum die Maigallenläuse entwickeln können.

Von dem Schädling befallene Pflanzen werden durch das Ansaugen der Wurzeln in ihrer Nahrungsaufnahme gestört und können im schlimmsten Fall sogar absterben. Von Rebläusen befallenen Blätter werden braun und fallen schließlich ab. Chemische Methoden zur Bekämpfung des Schädlings haben sich bisher nicht wirklich bewährt. Die Veredelung hat sich jedoch als relativ wirksam erwiesen, bei der einheimische Edelreiser (Teilstücke einer Edelsorte) auf die Wurzeln Reblaus-immuner Unterlagsreben gepfropft werden, sodass die Fortpflanzung des Schädlings unterbrochen wird. Hier sehen Sie ein von Rebläusen befallenes Weinblatt.

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