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Carménère

Carménère ist eine alte französische rote Rebsorte, die beinahe in Vergessenheit geriet und heute in Chile ihre Renaissance erlebt. Carménère Weine zeichnen sich durch ihre dunkelrote Farbe, ihren harmonischen Aromen nach dunklen Beeren mit feinen Gewürznoten und einer gefälligen Tanninstruktur aus.

Ursprünglich beheimatet ist die Rebsorte in der französischen Weinregion Bordeaux, wo große Rebflächen mit dieser Rebsorte bepflanzt wurden. Die Carménère-Rebe ist das Ergebnis der Kreuzung der Sorten Gros Cabernet und Cabernet Franc, die wahrscheinlich auf natürlichem Wege statt fand. Sie zählt zu einer der sechs Rebsorten, die in der französischen Weinregion Bordeaux zur Erzeugung von roten Cuvées zugelassen sind. Während der Reblausplage, die nicht nur für den französischen Weinbau verheerende Folgen hatte, wurde der Bestand der Carménère stark vermindert. Die Reblaus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts aus Amerika eingeschleppt und befiel viele europäische Weingebiete. Allein in Frankreich wurden circa 700.000 Hektar Rebfläche zerstört. Nach der Plage veränderte sich der französische Weinbau: die Winzer setzten ihren Fokus auf neue, widerstandsfähige und ertragreiche Sorten. Dadurch verschwand die Rebsorte Carménère in Frankreich fast vollständig.

Ebenfalls Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Carménère Rebstöcke nach Chile exportiert und dort erfolgreich angebaut. Da sich Merlot und Carménère sehr ähnlich sehen, hielt man die importierten Rebstöcke fälschlicherweise für Merlot-Reben und baute sie zusammen mit Merlot-Reben an. Die daraus vinifizierten Weine genossen einen guten Ruf und wurden auf der ganzen Welt gerne getrunken. Man wunderte sich jedoch über den deutlichen Geschmacksunterschied der chilenischen Merlot-Weine gegenüber denen der restlichen Welt. Erst im Jahre 1994 konnte dieser Umstand endgültig durch eine DNA-Analyse geklärt werden und viele der chilenischen Merlot-Reben als Carménère identifiziert werden. Da Chile aufgrund seiner geographischen Lage bisher von der Reblaus verschont blieb, gab es dort praktisch die einzigen Rebstöcke der Carménère und Chile hatte somit eine Monopolstellung inne. Die chilenischen Winzer erkannten ihre Chance: sie bauten gezielt die Carménère-Rebe an und vinifizierten sie zu erstklassigen reinsortigen Rotweinen und Cuvées. Mittlerweile ist der Carménère-Wein das Aushängeschild Chiles und viele Länder reimportieren von dort diese alte französische Rebsorte. Neben Chile gibt es weltweit nur noch wenige Anbaugebiete, die auf die Carménère setzen. In Italien wurde ebenfalls unwissentlich Carménère-Reben angebaut. Auch hier wurde diese Verwechslung durch DNA-Analysen aufgeklärt und Carménère daraufhin in die italienische Sortenliste aufgenommen. Bisher ist nur in der Weinregion Venetien das Zertifizierungsverfahren zum Qualitätswein abgeschlossen und verfügt mit dem Vini del Piave Carménère über den ersten Carménère-Wein mit dem Status DOC. Weitere kleine Bestände finden sich in Australien, Neuseeland und den USA, hier steckt die Kultivierung der Carménère-Rebe aber noch in den Anfängen.

Die Rebsorte Carménère liefert nur niedrige Erträge und reagiert empfindlich auf klimatische Bedingungen. Bei feuchtem und kaltem Wetter während der Blütezeit kann es zu Verrieselungen, also einem überdurchschnittlich hohen Anteil abgestoßener Blüten kommen. Der Anbau des Carménère ist also schwierig, weshalb häufig anderen Rebsorten der Vorzug gegeben wurde. Dabei haben die daraus gekelterten Weine viele Besonderheiten. Carménère-Weine gelten als schwere, zugleich süffige Weine, die geschmacklich zwischen Merlot und Cabernet Sauvignon anzusiedeln sind. Sie verfügen über ein intensives Bukett mit harmonisierenden Aromen von dunklen Beeren und Holunder sowie Noten von Bitterschokolade, Tabak und Leder. Am Gaumen zeigen sich feine Gewürznoten. Die Farbe der Caménère-Weine ist im Glas tiefrot mit violetten Reflexen. Die Rotweine sind tanninarm und schmecken bereits jung sehr harmonisch, sie sind aber auch gut lagerfähig.

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