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Madeira

Madeira ist eine kleine Inselgruppe im Atlantischen Ozean, die zu Portugal gehört und sich 970 km südwestlich von Lissabon befindet. Gleichzeitig ist die Inselgruppe Namensgeber für den Madeira Wein, einen der besten Likörweine der Welt. Sowohl die Inselgruppe Madeira selbst, als auch der Madeira Wein spielen eine wichtige Rolle in der Geschichte des Weins. Sämtliche Likörweine von Madeira werden inzwischen unter der Appellation Madeira DOC produziert, während die Tafelweine unter dem VR (Vinho Regional) Titel Terras Madeirenses in den Handel gelangen.

Die Insel von Madeira wurde 1419 von portugiesischen Seefahrern entdeckt, welche die Westküste von Afrika erkundeten. Auf der Insel entdeckten sie üppige Lorbeerwälder. Daher stammt auch der Name “Ilha da Madeira”, was soviel wie "die Insel des Holzes" bedeutet. Große Teile der Wälder wurden später abgeholzt, um Platz für Zuckerplantagen und den Anbau von Weinreben zu schaffen. Die verbliebenen Wälder zählen inzwischen zum Weltkulturerbe und stehen unter Naturschutz. Für beinahe zwei Jahrhunderte waren die lokalen Weine aus Madeira außerhalb der Insel relativ unbekannt und spielten auch ökonomisch nur eine geringe Rolle. In der Mitte des 17. Jahrhunderts änderte sich dies jedoch, als die Insel ein wichtiger Versorgungshafen für Schiffe auf dem Weg nach Indien und zu den portugiesischen Kolonien in Brasilien wurde. Während dieser Zeit explodierte die Nachfrage nach Madeira Wein.

Die ersten Weine aus Madeira wurden nach dem Vorbild der portugiesischen Weine vom Festland produziert. Es mangelte ihnen allerdings an Struktur und Stabilität, um die langen Seereisen zu überstehen. Mit der Zeit entdeckten die örtlichen Winzer, dass sie dieses Problem durch die Beigabe von hochprozentigem Alkohol lösen konnten. Bis zum 18. Jahrhundert wurde dieser Zusatz von Alkohol bereits zur Norm. Eine zweite Entdeckung - dass dieser neue Stil von Likörweine während der langen Seereisen komplexe und angenehme Aromen entwickelte - führte zum Madeira Weinstil, der heute so beliebt ist. Weine, die per Schiff bis über den Äquator gebracht wurden und so der subtropischen Hitze ausgesetzt waren, nannte man “vinho da roda” (Wein der Rundreise). Diese Weine werden allerdings inzwischen wegen des zu hohen Aufwands nicht mehr hergestellt.

Statt dessen nutzt man heute die effizientere und kostengünstigere estufagem Methode, um solche Weine in großen Mengen zu produzieren. Je nach Kontext, kann estufa "Treibhaus" oder "Brutkasten" bedeuten. Die Gemeinsamkeit der verschiedenen Begriffe ist jeodch eindeutig: bewusste Zuführung von Hitze. Ein estufa oder auch cuba de calor ("Hitzebox") ist ein Tank aus rostfreiem Edelstahl, der auf der Innenseite mit Heizrohren versehen ist. So werden die Weine für etwa drei Monate auf 50 Grad Celsius erhitzt, um den Prozess zu imitieren, der sich bei den Schiffsreisen durch subtropische Gewässer abspielte. Während dieser Zeit reift der Wein bis zu einem Punkt, der mit der traditionellen canteiro Methode fünf Jahre oder sogar mehr dauern würde. Der Vorteil dieser estufagem Methode liegt in einer signifikanten Reduzierung der Herstellungskosten, so dass Madeira Wein bereits zu relativ erschwinglichen Preisen zu haben ist. Der Nachteil dieser Methode besteht darin, dass durch die intensive Hitze einiges vom Zucker karamellisiert und so ein leicht bitterer Geschmack im Wein entsteht.

Der beste Madeira Wein wird mittels der canteiro Methode gereift, in großen Fässern, die auf Gerüsten (canteiros) aufgereiht werden. Diese werden zwischen 20 Jahren bis zu einem ganzen Jahrhundert in speziellen Räumen gelagert, wo sie nur durch die Sonne erhitzt werden. Einige Winzer haben extra große Fenster in ihren Räumlichkeiten installiert, um so möglichst viel Sonnenschein herein zu lassen. Diese Methode ist natürlich äußerst aufwendig, was die Preise solcher Weine in die Höhe treibt. Ein Kompromiss zwischen diesen beiden Methoden besteht darin, die Fässer zwischen sechs und zwölf Monaten in einem armazem de calor zu lagern, einem künstlich beheizten Lagerhaus.

Die Insel Madeira selbst ist ein ungewöhnlicher Heimatort für einen derart berühmten und geschichtsträchtigen Wein. Sie ist klein (Madeira misst an seinem weitesten Punkt weniger als 56km), abgelegen, bergig und es herrscht eine extreme Luftfeuchtigkeit. Die Insel hat ein subtropisches bis mediterranes Klima, das für den Weinbau einige Probleme bereitet. Die Winzer hier haben besonders mit Pilzbefall zu kämpfen, der sich in der tropischen Hitze und durch die hohen Niederschlagsmengen rasant ausbreitet. Der Grund für den großen Erfolg der Insel als Weinbauregion liegt nicht in dessen Terroir, sondern in der wichtigen Rolle, die sie in der Seefahrtsgeschichte spielte.

Die Insel Madeira selbst ist ein ungewöhnlicher Heimatort für einen derart berühmten und geschichtsträchtigen Wein. Sie ist klein (Madeira misst an seinem weitesten Punkt weniger als 56km), abgelegen, bergig und es herrscht eine extreme Luftfeuchtigkeit. Die Insel hat ein subtropisches bis mediterranes Klima, das für den Weinbau einige Probleme bereitet. Die Winzer hier haben besonders mit Pilzbefall zu kämpfen, der sich in der tropischen Hitze und durch die hohen Niederschlagsmengen rasant ausbreitet. Der Grund für den großen Erfolg der Insel als Weinbauregion liegt nicht in dessen Terroir, sondern in der wichtigen Rolle, die sie in der Seefahrtsgeschichte spielte.

Madeira Weine sind mit unterschiedlichem Restzuckergehalt erhältlich, vom seco (trocken) und meio seco (halbtrocken), bis zum meio doce (halbsüß) und doce (süß). Paradoxerweise sind die Weine mit dem Label "Finest Madeira" diejenigen, die am kürzesten gereift und hauptsächlich für kulinarische Zwecke genutzt werden. Die Bezeichnungen reserve, special reserve und extra reserve bezeichnen eine Reifung von fünf, zehn und 15 Jahren, während colheita (Ernte) für Jahrgangsweine steht. Diese Jahrgangsweine sind die teuersten Madeira Weine. Sie werden ausschließlich aus Reben von einem einzigen Jahrgang gekeltert und anschließend für mindestens zwanzig Jahre eingelagert, bevor sie in den Handel dürfen.

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