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Grappa

Der Name Grappa stammt ursprünglich vom italienischen Wort „grappolo“, was für Trauben steht. Denn Grappa ist ein Destillat aus den Schalen der Weintraube, den Trestern. Daher ist ein Synonym für Grappa auch Tresterbrand, die Bezeichnung Grappa darf ausschließlich für die italienischen Tresterbrände verwendet werden. Die vorgeschriebene Herstellungsmethode für Grappa ist das sogenannte direkte Destillationsverfahren, welches durch ihre aufwändigen Methoden die hohe Qualität des Grappas garantiert. Die meisten Grappa sind kristallklar, können allerdings durch längere Holzfasslagerung dunklere Färbungen sowie holztypische Aromen annehmen. Junge Grappa lagern 6 Monate in Glas- oder Stahlbehältern. Grappa, die mindestens 12 Monate ausschließlich in Holzfässern gelagert wurden, werden als „vecchia“ oder „invecchia“ bezeichnet. Bei einer Holfasslagerung von mindestens 18 Monaten darf der Grappa die Bezeichnung „stravecchia“ oder „rivera“ tragen. Ein Grappa kann sich in zahlreichen einzigartigen Facetten präsentieren. Von weich und lieblich, bis trocken und herb kann man kräftig-fruchtige Destillate genießen. Ein Tresterbrand kann aus den Schalen einer oder mehrerer Rebsorten hergestellt werden. Der bekannteste, sortenreite Grappa ist der autochthone, aromatische Gewürztraminer, der besonders intensive Aromen entwickelt.

Vom Bauernschnaps zur Edelspirituose

Die Ursprünge des Grappas werden auf den Zeitraum zwischen dem 5. Und dem 9. Jahrhundert geschätzt. Man erzählt von den Bauern in Friaul, die die Kunst des Destillierens von den Burgundern lernten oder den Araber im 9. Jahrhundert, die über Sizilien die Destillation nach Italien einführten und somit in ganz Europa verbreiteten. Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Grappa im 15. Jahrhundert, als sich mit der Erfindung des Dampfkessels auch die Kenntnis des Brennens verbreitete. Mit wachsender Beliebtheit des klaren Grappa entstand schon im 15. Jahrhundert ein eigenständiger Handel mit Grappa. Die Herstellung wurde zwar reglementiert, jedoch durfte jede rfür den eigenen Bedarf eine kleine Produktionsmenge brennen, wodurch der Grappa den Ruf des Bauernschnaps erlangte. Bis heute wurden die Destillationsverfahren über viele Generationen von Bauern und Winzern stetig verbessert. Die entscheidende Renaissance erlebte der Grappa allerdings erst im 20. Jahrhundert, als die italienische Familie Nonino den ersten aus einer einzigen Rebsorte destillierten Grappa vermarktete. Der Bauernschnaps hatte endlich seinen Ruf als Bauernschnaps abgelegt und sich zu einer wahren Edelspirituose entwickelt, die heute in einem beeindruckenden, hochqualitativen Facettenreichtum genossen werden kann. Die Spezialität der Familie Nonino unter ihren acht verschiedenen reinsortigen Monovitignos ist die Picolit-Traube: eine seltene und edle Rebsorte, die einen sehr reinen Grappa ergibt, welcher gleichzeitig vollmundig intensiv sowie elegant daher kommt.

Grappa, Tresterbrand, Treber, Marc

Grappa wird aus den sogenannten Trestern, also den Pressrückständen der Weinherstellung, gewonnen. Durch direkte Destillationsverfahren wird aus den Trestern der heutige Edelschnaps destilliert, der Tresterbrand. Die Bezeichnung Grappa darf ausschließlich für die in Italien hergestellten Tresterbrände verwendet werden. In Deutschland werden Tresterbrände auch Treber, in Frankreich Marc genannt. Die beliebtesten Grappas werden dank ihrer süßlich-würzigen Art aus den Rebsorten Muskat oder Traminer vinifiziert. Typisch herbe Grappa werben von Trebbiano oder Sangiovese hergestellt, aber auch Spezialitäten aus Brunello- oder Barolo-Trauben erleben in den letzten Jahren dank ihrer kraftvollen Art wachsende Beliebtheit. Trotz des stark vereinheitlichten Herstellungsprozesses von Grappa lassen sich dennoch individuelle Unterschiede der einzelnen Brände erkennen. Die Grappa aus den Pressrückständen, also den Schalen der Weintrauben destilliert wird, begleitet die Grappa Herstellung schon lange den Weinbau. Hat also jedes Weinbaugebiet einzigartige Besonderheiten im Wein, so hat auch jede Region ihren eigenen Grappa. Von weich und lieblich bis trocken und herb, ist das erste Kosten eines bisher unbekannten Grappa jedes Mal ein einzigartiges Erlebnis, welches neue Facetten erkennen lässt.

Von der Traube zum Grappa

Zur Herstellung des Grappa in Italien ist das sogenannte direkte Destillationsverfahren vorgeschrieben. Wie bereits erwähnt, ist der Herstellungsprozess für Grappa zwar weitestgehend vereinheitlicht. Je nach Traubenart kann es in der Anfangsphase, abhängig vom Zeitpunkt an dem die Trester getrennt werden, Unterschiede geben. Bei weißen Rebsorten werden die Trester direkt vom Most getrennt und müssen zunächst durch den Zusatz von ausgewählten Hefen vergoren werden. Bei roten Rebsorten werden die Traubenschalen gemeinsam mit dem Most vergoren, das heißt, die Trester sind bereits vergoren und es kann direkt mit der Destillation begonnen werden. Hierfür werden die abgeschöpften Traubenschalen in beiden Fällen mit verschiedenen Temperaturen mehrfach erhitzt. Die aufsteigenden Dämpfe werden abgeleitet, gekühlt und als Flüssigkeit aufgefangen. Da der Grappa quasi von seinen Fruchtaromen lebt, muss man, um einen guten, qualitativen Grappa zu erhalten, immer nur den frischesten Trester verwenden. Das Ergebnis ist ein kräftiger, fruchtiger Wein, der trotz seines hohen Alkoholgehalts (zwischen 30 bis 60%vol) und starken Charakters angenehm dem Gaumen umschmeichelt.

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