Felix und Constantin Prinzen zu Salm-Salm

Von Prinzen und Präsidenten

Deutschlands ältestes Familienweingut

– Weine & Winzer

Geschichtsträchtig und aristokratisch, gleichzeitig naturverbunden und bodenständig – so könnte man das Weingut Prinz Salm in Wallhausen an der Nahe beschreiben. Immerhin ist der Betrieb das älteste Weingut Deutschlands, das sich durchgängig im Besitz einer Familie befindet – seit mehr als 800 Jahren!

Die Brüder Constantin (im Bild oben rechts) und Felix Prinzen zu Salm-Salm führen das Unternehmen in der 32. Generation. Prinz Felix verantwortet als Önologe und Betriebsleiter das Wirken und Werden in den Weinbergen und im Keller, während Prinz Constantin für die Strategie des Unternehmens verantwortlich ist. “Die Aufgabe ist leicht und schwer zugleich”, sagt Felix Prinz zu Salm-Salm. “Leicht, weil ich in dieses Schlossgut hineingeboren und mit dem Wein aufgewachsen bin und sich die Neigung zu diesem wunderbaren Produkt in dieser Familie offenkundig forterbt. Leicht auch, weil ich auf die Unterstützung meiner Familie bauen kann.” Schwer sei die Aufgabe, “weil ich in ziemlich großen Stiefeln stehe. Meine Mutter Prinzessin Philippa, von Hause aus Gräfin zu Castell-Castell, ist in einer fränkischen Weindynastie aufgewachsen. Mit ihrer sachkundigen Unterstützung hat mein Vater, Michael Prinz zu Salm-Salm, unser Gut zur jetzigen Größe von 21 Hektar Weinland ausgebaut und zu dem heutigen Rang unter den Weingütern gebracht.” Michael Prinz zu Salm-Salm war von 1990 bis 2007 Präsident des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) und ist heute Ehrenpräsident der Spitzenwinzer-Vereinigung, die er 17 Jahre lang maßgeblich geprägt hat.

800 Jahre Weinbau- und Familiengeschichte

Weingut Prinz Salm, Schloss Wallhausen an der Nahe
Das Weingut Prinz Salm sitzt auf Schloss Wallhausen an der Nahe.

Die Wurzeln des Weinguts Prinz Salm lassen sich bis ins Jahr 1200 zurückverfolgen: Damals wurde in einer Urkunde der Weinbergsbesitz einer Familie von Dalberg erwähnt. Diese lebte auf der Dalburg im Gräfenbach-Tal, einem Seitental der Nahe. Ab dem Anfang des 13. Jahrhunderts bekleideten die Mitglieder der Familie von Dalberg das Erbamt der bischöflichen Kämmerer in Worms. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Wohnsitz von der zunehmend baufälligen Dalburg in das nahe gelegene Schloss Wallhausen verlegt, das zuvor bereits der Verwaltungssitz der Herrschaft gewesen war. Reichsfreiin Maria Anna von und zu Dalberg, die letzte Vertreterin des Adelsgeschlechts, heiratete Prinz Franz Emanuel Konstantin zu Salm und Salm-Salm und war die Großmutter von Michael Prinz zu Salm-Salm. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist Schloss Wallhausen somit der Familiensitz der Prinzen zu Salm-Salm.

Acht Jahrhunderte Weinbau- und Familientradition: “Das ist ein großer Zeitraum, um Wissen und Erfahrung zu sammeln, Einsichten zu gewinnen, sich auf Grundwerte zu besinnen und an die jeweils Nachfolgenden weiterzugeben”, resümiert Felix Prinz zu Salm-Salm. Vier Generationen leben auf Schloss Wallhausen unter einem Dach. “Beispielhaft haben meine Eltern und Großeltern vorgelebt, dass eine Familie zwar auf Tradition gegründet und von ihr geprägt ist, aber in jeder Generation Veränderungen anstehen. Auch ich darf in meiner Generation eigene Schwerpunkte setzen”, betont der junge Winzer. “So sind Rücksichtnahme, beständige Kommunikation, klares Abgrenzen und immer wieder Abstimmen und miteinander Reden eine stetige Herausforderung für uns alle.”

Pionier im ökologischen Weinbau

Als einer der ersten Spitzenbetriebe in Deutschland stellte das Weingut Prinz Salm – das damals noch als Prinz zu Salm-Dalberg’sches Weingut firmierte – bereits 1988 auf ökologischen Anbau um. “Wein wird nicht im Keller, sondern draußen im Weinberg gemacht”, so Felix Prinz zu Salm-Salm. “Dabei setzen wir auf die Kräfte der Natur, sorgen für gut versorgte Böden, vitale Reben, für reduzierte Erträge und für gesundes Lesegut. Nur von Hand ausgelesene Trauben dürfen auf die Kelter und in den Keller. Beim Ausbau setzen wir auf klassische Verfahren und auf zeitgemäße Kellertechnik. Und auf den alten, aus Grünem Schiefer gemauerten Gewölbekeller, der mit ausgeglichener Kühle für ruhige Gärung sorgt – und später für lange, ungestörte Lagerzeit.” Seit 1995 ist das Weingut nach den strengen Regeln des Naturland-Verbands zertifiziert.

Felix Prinz zu Salm-Salm
Felix Prinz zu Salm-Salm ist als Önologe für die Weine des Familienguts verantwortlich.

2006 ging auch das Weingut Villa Sachsen im rheinhessischen Bingen in den Alleinbesitz der Familie Prinz zu Salm-Salm über. Bis 2011 kamen die Weine von dort unter der Marke “Rheingraf” in den Verkauf, danach wurde der Betrieb mit dem Weingut Prinz Salm zusammengelegt. Seitdem führen alle Weine dieselbe Marke, nur die Herkunftsangaben Nahe und Rheinhessen erinnern noch an die zwei ehemals eigenständigen Güter. 2012 begann auch in den Binger Weinbergen die Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung.

Spitzenlagen in zwei Anbaugebieten

An der Nahe erstrecken sich gut elf Hektar Rebfläche über die Lagen Felseneck und Johannisberg in Wallhausen, Ritterhölle und Schlossberg in Dalberg, Berg in Roxheim sowie Ratsgrund, Sonnenberg und Steinrossel in Sommerloch. “Gewaltige tektonische Erdverschiebungen haben in dieser Region für eine große Vielfalt unterschiedlicher Böden gesorgt”, erklärt Felix Prinz zu Salm-Salm. “Zu den Bergen hin, nahe Dalberg, liegt eine echte geologische Rarität, Grüner Schiefer (auch Dalberger Schiefer genannt), offen zu Tage, während sich in Wallhausen neben Ton, Kies, Sand, Löss und Quarzit das wertvolle Rotliegende (Roter Schiefer) findet.” Die Weinberge, aus denen die Weine von Prinz Salm entstehen, haben ein besonders vorteilhaftes Terroir: “Es sind nach Süden ausgerichtete Steillagen mit exzellentem Mikroklima und mineralischen Böden von herausragender Struktur.”

In Rheinhessen umfasst die Rebfläche zehn Hektar am Rochusberg in Bingen – “ein markanter, dem Rhein zugewandter, nach Süd-Ost ausgerichteter Bergrücken, der zwei Lagen beheimatet, die nicht nur zu den besten ihrer Region, sondern auch zu den besten Deutschlands zählen”, erläutert Felix Prinz zu Salm-Salm: “Im Osten der Kirchberg und am westlichen Rand der Scharlachberg. Der Binger Bergrücken basiert auf dem Quarzit, wie er auch im Rheingau zu finden ist.” Im Scharlachberg hat der Quarzit sich über die Jahrtausende in roten Verwitterungsschiefer verwandelt, der der Lage ihren Namen gibt (aufgrund der Assoziation des rötlichen Bodens mit Scharlach, da sich bei dieser Krankheit der Rachen tiefrot färbt). Der Kirchberg hat einen schweren Boden mit höherem Kalkanteil.

Schwerpunkt auf Riesling und Burgundersorten

Fast zwei Drittel der Weinbergsfläche von Prinz Salm sind mit Riesling bestockt. Mit dieser Hauptsorte erlaubt sich das Weingut “sämtliche Spielereien”, verrät Felix Prinz zu Salm-Salm: “Wir sehen Riesling als eine Art Medium, um die unterschiedlichsten Eigenschaften herauszustellen. Neben dem Fokus auf die Böden und Lagen ist es auch die Restsüße, mit der wir die Vielseitigkeit von Riesling umfangreich betonen.”

Neben Riesling spielen Weißburgunder mit zwölf Prozent sowie Spätburgunder mit elf Prozent eine wichtige Rolle; auf Grauburgunder entfallen drei Prozent der Rebfläche. Darüber hinaus werden weitere Sorten wie Kerner, Scheurebe, Merlot und Silvaner angebaut. Zu Ehren seiner Mutter Philippa Prinzessin zu Salm-Salm “bekommt die Rebsorte Silvaner – die führende Rebsorte ihrer Heimat Franken – eine ganz besondere Bedeutung zugesprochen. Klein aber fein ist die Silvaner-Parzelle in der Ritterhölle, von der es jedes Jahr einen Wein gibt”, sagt Prinz Felix.

Nach einer gastronomischen Ausbildung, die mich an den Wein heranführte, studierte ich zunächst Tourismusbetriebswirtschaft und war danach über 15 Jahre in den Bereichen Kommunikation, Weiterbildung und Veranstaltungsmanagement tätig. Parallel bildete ich mich nebenberuflich in Weinfachkunde und Sensorik fort und begann mit der professionellen Weinbeurteilung. Seit 2011 schreibe ich hauptberuflich über Wein und bringe nun meine Kompetenz und Erfahrung mit Freude bei Vicampo ein.

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