Winzer Uli Doll schenkt im Weinberg ein Glas Weißwein ein.

Das ist ja Doll!

160 Jahre Weinbautradition in der Familie

– Weine & Winzer

Im rheinhessischen Hügelland zwischen Bingen und Bad Kreuznach liegt das Örtchen Horrweiler. Hier sitzt das Weingut Huff-Doll, das 1848 gegründet wurde und seitdem im Familienbesitz ist. Ernst und Gudrun Doll stellten den ursprünglichen landwirtschaftichen Mischbetrieb ab 1960 ausschließlich auf Weinbau um. Heute führen ihr Sohn Ulrich – genannt Uli – Doll und seine Frau Bettina den Betrieb mit gut acht Hektar Rebfläche, den sie 2002 übernommen haben.

Uli Doll ist Weinbautechniker und “Weinmacher aus Passion”, wie er sagt. “Weine mit Charakter entstehen nicht allein aus vollreifen Trauben. Erfahrung und handwerkliches Können müssen hinzukommen, außerdem Geschick, Mut und eine Idee des Weines – seines Aromas und seines Duftes – noch bevor er im Keller reift. Bei uns arbeiten die Erfahrung des Alters und die vitale Kraft der Jugend Hand in Hand. Dem Weinbau gibt das viele Impulse: Kenntnisse werden weitergegeben, Erfahrungen bewahrt, neue Ideen kommen hinzu.” Bettina Doll ist gelernte Steuerberaterin entdeckte ihre Weinleidenschaft, als sie während ihres BWL-Studiums ein Sensorik-Seminar besuchte. Sie ist für das Büro und das Marketing im Weingut verantwortlich.

Die Traube im Fokus

Der Kreis schließt sich: Uli und Bettina Doll spazieren mit ihren Weinen durch die Rebzeilen in Horrweiler.
Der Kreis schließt sich: Uli und Bettina Doll spazieren mit ihren Weinen durch die Rebzeilen in Horrweiler.

Die Weinberge von Huff-Doll liegen in den Horrweilerer Lagen Gewürzgärtchen und Goldberg, die von Kalkböden geprägt sind. Das Klima ist im rheinhessischen Talkessel ist günstig für den Weinbau: Die umgebenden Mittelgebirge schirmen kalte Luft ab, der Rhein hat einen ausgleichenden Einfluss, und die Sonne scheint an den meisten Tagen im Jahr. Die Rebsorten sind zu 70 Prozent weiß: Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder, Chardonnay und Silvaner sowie Scheurebe, Müller-Thurgau und Kerner. Als rote Sorten werden Spätburgunder, Dornfelder, St. Laurent und Portugieser angebaut.

“Wir produzieren charaktervolle, würzige Weine mit viel Frucht, bei denen man ihre Herkunft herausschmeckt”, erklärt Uli Doll. “Entscheidend ist das Ausgangsprodukt: die Traube. Deshalb gehen wir so sorgfältig wie möglich mit ihr um. Naturnaher Anbau, Reduzieren des Ertrags, selektive Handlese und schonende Vinifizierung – das ist der natürliche, rigorose Weg zur Qualität. Dieser Philosophie ist das Weingut Huff-Doll stets treu geblieben – an ihr orientieren sich alle unsere unternehmerischen Entscheidungen.”

Kinder als Weinpaten

Die meisten Weine von Uli und Bettina Doll haben ein trockenes Geschmacksprofil, es gibt aber auch liebliche Tropfen. Zum größten Teil werden die Gewächse sortenrein ausgebaut, und die Premiumweine tragen die Bezeichnung “Prestige”; zwei von ihnen sind nach den Kindern des sympathischen Winzerpaares benannt.

Auf über 160 Jahre Weinbautradition blicken die Dolls zurück und haben schon weitere Pläne. So soll die Rebfläche um vier Hektar wachsen, und eine neue Vinothek ist vorgesehen. “Wir haben viele Ideen und wollen hier vor Ort noch attraktiver werden. Die Basis des Weingutes stimmt”, bekunden die beiden. Das können wir nur bestätigen!

Nach einer gastronomischen Ausbildung, die mich an den Wein heranführte, studierte ich zunächst Tourismusbetriebswirtschaft und war danach über 15 Jahre in den Bereichen Kommunikation, Weiterbildung und Veranstaltungsmanagement tätig. Parallel bildete ich mich nebenberuflich in Weinfachkunde und Sensorik fort und begann mit der professionellen Weinbeurteilung. Seit 2011 schreibe ich hauptberuflich über Wein und bringe nun meine Kompetenz und Erfahrung mit Freude bei Vicampo ein.

Hinterlasse eine Antwort