Etikett
Das Etikett einer Wein-Flasche übernimmt die Aufgabe einer Art Visitenkarte für Rotwein, Weißwein, Roséwein und Sekt und somit auch für den Winzer. Üblicherweise gibt es auf solch einer Flasche zwei Etiketten, das vordere sorgt für die Aufmerksamkeit des Kunden und trägt den Namen des Weins und das hintere liefert Informationen bezüglich des Weins. Über das Etikett teilt der Abfüller oder Erzeuger beispielsweise mit zu welchem Essen der jeweilige Wein besonders gut passt. Hinzu kommen gesetzlich vorgeschriebene Informationen, die auf das vordere Etikett platziert werden müssen. Da allerdings jede Flasche rund ist, ist die Definition von Vorne und Hinten Ansichtssache.
Zu den angeordneten Informationen auf dem Etikett gehören nicht nur Abfüller oder Erzeuger, Alkoholgehalt und Füllvolumen sondern zum Beispiel auch das Anbaugebiet, das Herkunftsland und die Qualitätsstufe. Die Qualitätsstufe unterteilt sich weiterhin in Landwein, Tafelwein, Qualitätswein und Qualitätswein mit Prädikat beziehungsweise Prädikatswein. Hier gibt das Etikett auch genauere Auskunft darüber, ob es sich zum Beispiel bei einem Prädikatswein um das Prädikat Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese oder sogar Eiswein handelt.
Das Etikett bietet aber auch Aufschluss über Informationen zu denen der Erzeuger nicht gesetzlich verpflichtet ist. Die am häufigsten verwendete Zusatzinformation ist der Jahrgang des Weins. Auf dem Etikett ist dieser meist über dem Namen des Weins platziert. Der Jahrgang auf dem Etikett teilt dem Verbraucher mit, in welchem Jahr die Trauben für diesen Wein gewachsen sind. Diese Angabe führte oftmals zu dem Irrglauben, dass Wein mit aufgeführten Jahrgang qualitativer sei als Wein ohne. Auch die Rebsorte kann Wahlweise angegeben werden, wie zum Beispiel Riesling. Dabei wird die Rebsorte angegeben, aus welcher der Wein zu mindestens 85% gekeltert wurde.
Die gesetzlichen Etiketten Regelungen unterscheiden sich in den verschiedenen europäischen Ländern. Beispielsweise ist in Frankreich und Italien die Lagenbezeichnung auf dem Etikett von enormer Wichtigkeit, denn diese bestimmt dort das Terroir des Weins. Auf deutschen Etiketten ist die Auszeichnung der Lage reine Vermarktungssache und hat keine Gemeinsamkeit mit dem französischen oder italienischem Terroir-Gedanken.
