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Sekt

Sekt ist ein Wein, der in einer zweiten Gärung Kohlensäure entwickelt hat. Sekt (auch Winzersekt) ist die Bezeichnung für deutschen Qualitätsschaumwein. Klingt banal, ist es aber nicht! Sekt gilt seit jeher als Getränk für feierliche Anlässe, als die Krönung der Winzerskunst und als ganz besonderes Getränk. Und dass nicht ohne Grund. Für einen gelungenen Sekt muss schon der Grundwein von aller höchster Güte sein. Ein Sekt kann immer nur so gut sein wie der Wein, aus dem er gemacht wird!

Für die Herstellung von Sekt wird Grundwein auf spezielle Weise in einer Sektkellerei verarbeitet. Diesen Vorgang nennt man die Versektung. Der Grundwein sollte von hoher Qualität mit einer merklichen Säure sein. Nach der ersten Gärung wird der Wein - oder Sekt - dann einer zweiten Flaschengärung unterzogen. Die sogenannte Tirage wird dem Grundwein hinzugefügt und bringt die ganz besondere Kohlensäuregärung ins Rollen. Die Veredelung vom Wein zum Schaumwein beginnt! Für Qualitätsschaumwein ist es wichtig, dass der Grundwein und die Tirage (Zucker-Hefe Mischung), welche wichtig für die zweite Gärung ist, aus ein und demselben Weingut stammen. Es bildet sich eine feine Kohlensäure, welche in Fachkreisen auch als Perlage bezeichnet wird.

Bei der klassischen Flaschengärung (méthode classique), welche für die meisten Winzersekte angewandt wird, werden die Flaschen nach Zugabe der Tirage nun auf ein Rüttelpult gesetzt und dort täglich gerüttelt und langsam gedreht. Zuerst streng horizontal, nach und nach werden sie dann vertikal gelagert. So rutscht die zuvor zugegebene Hefe behutsam nach und nach in den Flaschenhals. Durch das Degorgieren wird dieser Heferest am Ende der Gärung aus der Flasche entfernt. Nun wird dem Sekt, wenn gewünscht, noch eine weitere Dosage, die Versanddosage, hinzugefügt. Diese besteht aus Zucker und Wein und ist für die Süße des Sektes verantwortlich. Je nach gewünschtem Süßungsgrad wird der Sekt so perfekt abgerundet. Die Geschmacksrichtungen variieren hier von 0-50 Gramm pro Liter Restsüße. Nur durch diese klassische Flaschengärungsmethode erreicht man die besonders feine, zarte Perlage, die Sekt so beliebt ist.

Die Geschichte von deutschem Sekt begann mit einem Rückkehrer aus Frankreich, dem Heimatland der großen Schaumweine: Georg Christian Kessler, welcher im berühmten Champagnerhaus Veuve Clicqout als Buchhalter angefangen hat und es geschafft hat, sich bis zum Miteigentümer hochzuarbeiten. Nach seiner Rückkehr gründete er in Esslingen am Neckar die G. C. Kessler & Cie. Sekt-Kellerei. Dies ist noch heute die älteste Sekt-Kellerei Deutschlands.

Der Begriff "Sekt" wird auf das Lehnwort "sec" zurückgeführt, dass im 17. Jahrhundert für "vinum hispanicum" stand, also Wein von der iberischen Halbinsel. Die heutige Bedeutung jedoch wird dem Berliner Schauspieler Ludwig Devrient zugeschrieben. Der Künstler ging Anfang des 19. Jahrhunderts in der Berliner Gaststätte Lutter & Wagner am Gendarmenmarkt ein und aus. Er trank dort jeden Abend seinen Champagner, so auch am Abend im November 1825. Seine abendliche Bestellung trug er dem Kellner mit einem Zitat aus Heinrich dem IV. von Shakespeare auf, nämlich "Bring er mir Sekt, Bube - ist keine Tugend mehr auf Erden?" Da Sekt in dieser Zeit das deutsche Wort für Sherry war (englisch "sack"), hätte der Kellner eigentlich dieses Getränk servieren müssen, brachte aber - wohl aus Gewohnheit - den Champagner. So bekam der Champagner erst in der Gaststätte, dann in Berlin und nach und nach im ganzen Deutschen Reich einen neuen Namen, den Sekt. Mit dem Versailler Vertrag 1925 war die Herstellung von "Champagner" deutschen Herstellern untersagt. So blieb es beim Sekt, wie wir ihn heute kennen.

Ein weiteres Kuriosum ist die deutsche Schaumweinsteuer, die 1903 von Kaiser Wilhelm II. zur Finanzierung seiner Flotte auf den Verkauf von Sekt eingeführt wurde. Im Gegensatz zu dieser hat sich diese spezielle Abgabe hat bis heute gehalten und brachte dem Bundeshaushalt im Jahr 2008 mehr als 420 Millionen Euro für den Haushalt. Für eine handelsübliche 0,75 Literflasche Sekt zahlt der Endverbraucher aktuell 1,02 Euro dieser Schaumweinsteuer.

Der Finanzminister kann sich über Sekt auch weiterhin freuen: Denn Deutschland ist der weltgrößte Konsument von Schaumweinen, knapp ein Viertel der Gesamtproduktion von Sekt wird in Deutschland getrunken. Es werden rund 80% der Schaumweine importiert, doch gerade die deutschen Winzersekte verspüren derzeit starken Aufwind. Ein guter Sekt aus deutschen Landen muss sich bei weitem nicht hinter seinen Verwandten aus Frankreich verstecken. Besonders Jahrgangs-Sekt weist einen ebenso schönen, buttrigen Schmelz vor wie die französischen Vertreter. Aber auch klassischer Sekt ist es wert, gekostet zu werden. Ob zu einem besonderen Anlass oder einfach nur so, Sekt passt zu vielen Anlässen.

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