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Spätburgunder

Der Spätburgunder, auch als Pinot Noir oder Pinot Nero bekannt, ist eine qualitativ äußerst hochwertige Rebsorte aus der Burgunderfamilie und stellt das Rotwein-Pendant zum edlen Riesling dar. Ebenso wie der Merlot, Chardonnay oder auch der Sauvignon Blanc, zählt der Spätburgunder zu den besonders hochwertigen Edelreben. Der Begriff „Pinot“ stammt höchstwahrscheinlich vom französischen Wort „Pin“, was übersetzt Fichtenzapfen bedeutet und eine Anspielung auf die Wuchsform der Spätburgunder-Reben darstellt. Alternativ ist diese Rebsorte auch unter den Bezeichnungen Blauburgunder und Schwarzburgunder bekannt. Ursprünglich stammt der Spätburgunder wahrscheinlich von mitteleuropäischen Wildreben ab.

Diese Rebsorte kann auf eine lange Tradition zurück blicken. Bereits 884 wurde sie von Karl dem Dicken in die Bodensee-Region gebracht. Ab dem 13. Jahrhundert wurde der Spätburgunder auch im Rheingau angebaut, von wo aus er sich im Laufe der Zeit über ganz Deutschland ausbreiten konnte. Bis zum 18. Jahrhundert wurde die Rebsorte bereits auch im Ahrtal und in der Pfalz gepflanzt. Da der Spätburgunder auch vorzüglich zur Sektherstellung genutzt werden kann, kam es vor rund 150 Jahren durch das Wachstum und den steigenden Bedarf der Sektindustrie zu einem regelrechten Boom der Rebsorte.

Inzwischen wird der Spätburgunder in Deutschland auf rund 12.000 Hektar Anbaufläche gepflanzt. Mit mehr als 10% der gesamtdeutschen Rebflächen spielt diese Rebsorte somit eine sehr wichtige Rolle in der deutschen Weinlandschaft. Die größten Rebflächen des Spätburgunders finden sich in den Weinregionen Baden, Pfalz und in Rheinhessen. In Baden ist der Spätburgunder auch als „Klevner“ bekannt.

Neben Deutschland finden sich auch in Frankreich, dem Mutterland des Spätburgunders, große Anbauflächen dieser Rebsorte. Der Spätburgunder wird hier auf knapp 30.000 Hektar gepflanzt und stellt in der Champagne 38% der angebauten Weinreben. Neben dem Chardonnay und dem Schwarzriesling ist der Spätburgunder hier die wichtigste Ingredienz zur Herstellung der edlen Champagner. Unter dem Namen „Blanc de Noirs“ wird aus dem Spätburgunder auch sortenreiner Schaumwein verkauft. Auch im Elsass, in Burgund, sowie in Sancerre befinden sich größere Rebflächen des Spätburgunders.

Diese edle Rebsorte verlangt von den Winzern große Sorgfalt und stellt höchste Ansprüche ans Klima und die Lagen der Anbauregion. Ideale Bedingungen findet der Spätburgunder in den besten Lagen, die in Deutschland auch als Rieslinglagen bezeichnet werden. Bei guten Wuchsbedingungen und fachgerechtem Ausbau produziert diese Rebsorte einige der hochwertigsten Rotweine der Welt.

Auch der Spätburgunder aus Deutschland erzielt inzwischen Spitzenqualitäten. Während Spätburgunder-Weine noch bis in die 1980er Jahre hinein eher blass ausfielen, konnten die deutschen Winzer in den letzten Jahrzehnten massive Fortschritte erzielen. Das Geschmacksprofil der deutschen Spätburgunder-Weine hat sich seit dem radikal verändert. Inzwischen gibt es auch aus deutschen Landen Spätburgunder von der allerhöchsten Qualität, die es mühelos mit den französischen Vorbildern aufnehmen können.

Spätburgunder-Weine schmecken typischerweise sehr vollmundig und verfügen über ein fruchtiges Aroma mit Noten von Waldbeeren und Kirschen. Im Barrique ausgebaut, kann der Spätburgunder auch Noten von Vanille und Zimt aufweisen. Erhältlich sind die Weine in zwei Varianten, der klassischen und der modernen. In der klassischen Variante wird aus den hochreifen Trauben ein recht milder Rotwein gewonnen, der gerbstoffarm und nur wenig farbintensiv ist. Die moderne Variante des Spätburgunders hingegen weist ein kräftigeres Rot und mehr Gerbstoff auf. Aufgrund der kürzeren Lagerung gewinnt diese Variante immer mehr an Bedeutung.

Spätburgunder-Weine sind die perfekte Wahl für die kühleren Monate im Jahr. Am besten genießt man sie chambriert, bei einer Temperatur von etwa 16-18 Grad Celsius. Besonders schmackhaft sind diese Weine zu Wild oder herzhaftem Käse. Spätburgunder Auslesen lassen sich auch wunderbar als Aperitif genießen.

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