Sortieren nach
Ihre Auswahl:

Muskateller

Bei dem Muskateller handelt es sich um die älteste Rebsorte weltweit, von der über 200 verschiedene Variationen und Mutationen existieren. Die edelsten Varianten des Muskateller sind der Gelbe Muskateller, auch als Goldmuskateller oder Moscato Giallo bekannt, sowie der Weiße Muskateller, der in Frankreich als Muscat Blanc à Petits Grains und in Italien als Moscato Bianco bezeichnet wird.

Der Ursprung des Muskatellers wird von Historikern in Kleinasien vermutet, von wo aus ihn griechische Siedler in den Mittelmeerraum brachten. Über die Kreuzzüge und den aufblühenden Fernhandel konnte sich der Muskateller weiter verbreiten und gelang im 12. Jahrhundert auch in den Mittel- und Nordeuropäischen Raum. Bereits Karl der Große und Friedrich Barbarossa wussten diesen Wein zu schätzen und auch in der Nibelungensage taucht der Muskateller auf. In Deutschland wurde die Rebsorte im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, konnte sich allerdings aufgrund seiner hohen Ansprüche an die Lagen nicht wirklich durchsetzen und stellt heutzutage gerade mal ein Prozent der deutschen Anbaufläche. Der Muskateller gedeiht am besten in windgeschützten Lagen und benötigt ideale klimatische Bedingungen, um sein volles Potential auszuschöpfen. Durch die späte Reife der Beeren ist er anfällig für Fröste und auch Kalkböden bekommen dieser Sorte nicht gut. Angebaut wird der Muskateller in Deutschland vor allem in den Weinbauregionen Baden, Franken und in der Pfalz.

Durch die vielen Variationen des Muskatellers kann das optische Erscheinungsbild dieser Sorte sehr stark variieren. Die Farbe der Beere reicht von kräftigem Goldgelb über grau und rot bis hin zu tiefviolettfarben. Die edelsten Varianten, der Gelbe und Weiße Muskateller, produzieren recht kleine Beeren. Unter optimalen Anbaubedingungen bringen diese Rebsorten edle Weißweine mit einer feinen Säure und einem charakteristischen Muskataroma hervor. Besonders als Dessertwein oder in Kombination mit asiatischen Speisen ist der Muskateller sehr gut geeignet. Auch bei dem bekannten Schaumwein Moscato d’Asti aus Italien handelt es sich um einen Muskateller.

Trotz seiner rötlichen Farbe, handelt es sich auch bei dem Roten Muskateller um eine weiße Rebsorte. Diese Variante entstand als Mutation aus dem Weißen Muskateller und produziert etwas größere Beeren. Sie ist auch unter dem Namen Moscato Rosso, Muscat Rouge und Brauner Muskateller bekannt. Andere Varianten, wie der Muscat de Hambourg und der Muscat d’Alexandrie, werden fast ausschließlich zur Produktion von Tafeltrauben angebaut.

Aufgrund seiner hohen Ansprüche wird der Muskateller besonders in heißeren Regionen vermehrt angebaut. Größere Anbauflächen befinden sich unter anderem in Italien, Frankreich, Spanien und Portugal. In Ungarn ist er ein wichtiger Bestandteil des weltbekannten Tokajer-Weins und auch im Constantia aus Südafrika ist der Muskateller enthalten.

Neben der großen Anzahl an verschiedenen Varianten existiert auch eine ganze Reihe von Rebsorten, deren Namen zwar auf eine Verwandtschaft zum Muskateller schließen lassen, die aber tatsächlich nichts mit dieser Rebsorte gemeinsam haben. Da wäre zum Beispiel der Muskat-Silvaner, bei dem es sich in Wirklichkeit um einen Sauvignon Blanc handelt. Der Grüne Muskateller ist in Wirklichkeit ein Grüner Veltliner. Auch der Schwarze Muskateller und der Wildmuskat haben nichts mit dem Muskateller gemein, bei diesen Rebsorten handelt es sich tatsächlich um den Lemberger, auch als Blaufränkisch bekannt. Der Morio-Muskat hingegen, dessen Eltern lange als Silvaner und Weißburgunder bezeichnet wurden, stellte sich in genetischen Untersuchungen als Kreuzung aus dem Silvaner und Gelben Muskateller heraus.

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen. Den Browser jetzt aktualisieren

×