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Chardonnay

Chardonnay ist eine beliebte, weiße Rebsorte, aus der einige der qualitativ hochwertigsten Weine der Welt hergestellt werden. Kein Wunder, dass die Anbauflächen des Chardonnay auch in Deutschland stetig zunehmen. Besonders im Lauf der letzten Jahre sind Chardonnay-Weine populär geworden Dies liegt nicht zuletzt an der hohen Anpassungsfähigkeit dieser Rebsorte. So kann der Chardonnay in einer Vielzahl verschiedener Anbauregionen weltweit erstklassige Weine hervorbringen. Im Gegensatz zu anderen Weißweinen ist der Chardonnay sehr gut für den Ausbau im Eichenfass geeignet. Weinliebhaber schätzen das sortentypische Bukett nach Melonen, exotischen Früchten, überreifen Stachelbeeren sowie grünen Äpfeln Erfolgt der Ausbau im Barrique, kommen noch Holzaromen dazu. Dabei verfügen Chardonnay-Weine häufig über einen relativ hohen Alkoholgehalt von 12-13%. Weitere gebräuchliche Bezeichnungen für Chardonnay sind Beaunois, Maurillon Blanc, Pinot Chardonnay und Feinburgunder.

Wie eine ganze Reihe anderer Rebsorten auch stammt der Chardonnay ursprünglich aus Vorderasien und verbreitete sich mit der Zeit nach Frankreich. Hier wurde er in der Region Burgund schnell heimisch und wurde besonders von Mönchen kultiviert und weiter verbreitet. Historiker gehen davon aus, dass die Ortschaft „Chardonnay“ bei Tournus hier als Namensgeber Pate für den Wein stand. Seit dem ist der Begriff Chardonnay synonym für Spitzen-Weißweine aus der Region Burgund und spielt in der Region Champagne eine wichtige Rolle für den Weinbau. Obwohl die Rebsorte erst 1991 in Deutschland zugelassen wurde, importierten verschiedene deutsche Betriebe schon Jahre vorher Chardonnay-Klone aus Frankreich, weshalb einige Deutsche Bestände schon erheblich älter sind.

1998 konnte im Rahmen einer DNA-Analyse festgestellt werden, dass der Chardonnay das Resultat einer Kreuzung der Rebsorten Pinot und Gouais Blanc darstellt. Eine genauere Eingrenzung des Pinot-Genotyopen der Elterngeneration liegt allerdings noch nicht vor, da die verschiedenen Pinots (wie etwa Pinot Blanc oder Pinot Noir) sich genetisch kaum voneinander unterscheiden.

Chardonnay ist eine der meist angebauten Rebsorten Weltweit und wird in falt allen Weinbau betreibenden Nationen der Welt kultiviert. Die globale Anbaufläche des Chardonnay beträgt etwa 140.000 Hektar, was dieser Sorte 2001 auf Rang 7 der populärsten Weine brachte und nur knapp unterhalb der Rebflächen des Rieslings liegt. Auch in Deutschland wird der Chardonnay unter den Winzern immer beliebter. Zwar beträgt die Deutsche Anbaufläche dieser Rebsorte nur rund 1000 Hektar und damit gerade mal ein Prozent der Deutschen Weinproduktion, allerdings kommen jedes Jahr durchschnittlich 75 Hektar an Anbaufläche dazu. Besonders in Baden und in der Pfalz, wo seit Jahrhunderten Burgunder angebaut werden, gewinnt auch der Chardonnay immer mehr an Bedeutung und wird dort mit exzellenten Ergebnissen kultiviert.

Zwar herrschen in der Heimat des Chardonnay, Burgund, milde klimatische Bedingungen, allerdings ist die Rebsorte auch in anderen Regionen nicht anspruchsvoll. Lediglich ein später Frost kann ihm auf Grund des frühen Austriebs gefährlich werden. Dies wird durch die frühe Reife im Herbst jedoch wieder ausgeglichen. Am besten gedeiht der Chardonnay in Lagen, deren Böden warm sind und einen hohen Kalkanteil enthalten.

Ähnlich wie der Riesling, wird auch der Chardonnay als äußerst hochwertige Weißweinsorte geschätzt. Chardonnay-Weine sind nicht ganz so charakteristisch wie der Riesling, dafür bringen sie vorzüglich die individuellen Eigenschaften der jeweiligen Lage zum Ausdruck. Die Trauben müssen aber vor der Lese unbedingt voll ausreifen, da sonst schnell ein grasiger Geschmack entstehen kann.

In Frankreich ist der Chardonnay in den klassischen Anbaugebieten wie Chablis, Languedoc und Vin de Pays d’Oc auf über 35.000 Hektar präsent. Auch der edle Champagner besteht etwa zur Hälfte aus dieser Rebsorte. Einzelne Champagner-Sorten, wie etwa der Blanc-de-Blancs werden sogar komplett aus Chardonnay gewonnen. Der größte Anteil der Anbauflächen befindet sich immer noch, ganz klassisch, in der Champagne und in der Region Burgund. Allerdings nimmt der Anbau dieser Rebsorte auch im Elsass und im Jura konstant zu. Auch in Australien ist der Chardonnay äußerst beliebt und wird auf über 30.000 Hektar Rebfläche kultiviert. Die Rebsorte wurde hier 1832 ins Land gebracht und gedeiht seitdem besonders im Weinbaugebiet Hunter Valley.

In Kalifornien, das in den letzen Jahrzehnten einen regelrechten Wein-Boom erlebt hat, sind rund 45.000 Hektar Rebfläche mit Chardonnay bepflanzt. Durch das teilweise kühle Klima können hier Reben angebaut werden, die sich vorzüglich zur Herstellung von Champagner eignen. Namhafte Hersteller wie Mollinger und Moët & Chandon sind hier mit eigenen Weingütern vertreten. In Italien wird der Chardonnay traditionell in der Nähe der Alpen, in Anbaugebieten wie Friaul und Trentino angebaut. In ganz Italien erreicht die Anbaufläche dieser Rebsorte knapp 12.000 Hektar. Lange Zeit wurde wurden Chardonnay-Weine hier unter dem Namen Pinot Bianco geführt. Noch bis in die 1980er Jahre hinein war deshalb in den offiziellen Statistiken kein Chardonnay zu finden. In den späten 1980er Jahren änderte sich dies schließlich und bereits 1990 waren es schon „offiziell“ 6.000 Hektar. Auch in Moldawien existieren rund 10.000 Hektar Anbaufläche dieser Rebsorte. Zu Sowjet-Zeiten wurde der Chardonnay hier hauptsächlich Schaumwein aus den Reben hergestellt. Inzwischen sind aber auch in Moldawien echte Chardonnay-Weine zu haben.

In Österreich ist der Chardonnay unter dem Namen Morillon bekannt. Es dauerte bis in die 1980er Jahre hinein, bis Experten feststellten, dass es sich hier tatsächlich Chardonnay handelt. Chardonnay-Weine aus Österreich verfügen in der Regel über ein eher fruchtiges Aroma. Der echte Morillon ist nach Aussagen österreichischer Winzer durch eine Reblausplage so gut wie ausgestorben, weshalb es zu Nachzüchtungen mit dem Chardonnay kam. Echter Morillon, wie er früher in der Steiermark angebaut wurde, unterscheidet sich abgesehen von seiner früheren Reife nur unwesentlich vom Chardonnay, weshalb es hier lange Zeit zur Verwechslung der beiden Sorten kam.

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