Weinkisten zaubern originelles Flair

Möbel aus Weinkisten leichtgemacht.

– Tipps & Tricks

Wohnst du noch oder lebst du schon? Diese Frage steht dank eines großen schwedischen Möbelhauses seit einigen Jahren unbeantwortet im Raum. Soll heißen: Man fängt erst an zu leben, wenn man sich mit seinem Zuhause kreativ auseinandersetzt. Klare Intention: Geh’ Möbel und andere schöne Dinge kaufen! Aber muss es denn immer die Fertigware sein, die bei jedem Dritten in der Wohnung steht?

Kreative Geister werden sofort entgegnen: nein! Faule, unkreative, handwerklich unbegabte oder einfach viel beschäftigte Wohnende vielleicht sogar mit zwei linken Händen werden eine andere, aber ebenso unmissverständliche Antwort parat haben. Aber ist selbst gemacht immer so zeitaufwendig und schwer, wie man denkt?

Besonders einfach lassen sich schöne Wohnideen umsetzten, wenn man mit einem Material arbeitet, dass im Prinzip schon fertig auf- beziehungsweise zusammengebaut ist. Ein Material, dass uns mit schönen Erinnerungen erfüllt und gleichzeitig mit einer tollen Optik überzeugt: die gute alte Weinkiste.

Diese gradlinigen und meist mit modernem used-look versehene Kisten verströmen einfach ein gemütliches Flair, sind dazu vielseitig einsetzbar und superleicht zu modifizieren. Ein Anstrich, einfaches Aufeinanderstapeln, Zersägen, Füllen, Bekleben – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Der vielseitige Werkstoff lässt sogar das Herz von Bastelmuffeln höher schlagen. Unkomplizierter geht es nicht, seinem Zuhause eine ganz persönliche Note zu verleihen. Der größten Hürde sieht man sich wahrscheinlich beim Beschaffen gegenüber.

Wo bekommt man solche Kisten her?

Sie sind leichter zu beschaffen, als man denkt, denn auch hier sind die Möglichkeiten zahlreich. Entweder man versucht es beim Weingut um die Ecke oder man findet einen Händler im Internet, deren Anzahl bei kurzer Recherche alles andere als übersichtlich ist. Man bekommt die Kisten sogar für wenig Geld geliefert. Dabei hat man die Wahl, sie unbehandelt oder die gegen Schädlinge ausgerüstete Versionen zu erwerben. Auf überteuerte Angebote bei Großhändlern sollte man verzichten, eine kurze Preisübersicht ist wirklich schnell verschafft. Dabei sollte man vorher schon eine Vorstellung haben, was man daraus entstehen lassen will. Ob man sich nun für eine geschlossene, eher feiner verarbeitet oder die grobere Variante mit Verstrebungen entscheidet, hängt natürlich von der Verwendung und gewünschten Optik ab.

Also Kiste besorgen, gegebenenfalls säubern, abbürsten, beizen oder streichen – dann kann es direkt losgehen. Der Ideenreichtum, den Bastler im Internet präsentieren, kann jeden noch so untalentierten Möbelfreund inspirieren.

Hier unsere persönlichen Favorites aus den schier unendlichen Möglichkeiten:

1. Beistelltisch

Schwierigkeitsgrad: superleicht

Anleitung: Kiste bei Wunsch streichen, umdrehen, etwas draufstellen – fertig!

2. Blumenkübel

Schwierigkeitsgrad: sehr leicht

Anleitung: Weinkiste mit Folie oder Jutesack auskleiden, Erde hineinfüllen und losgärtnern.

3. Kleines Wandregal

Schwierigkeitsgrad: leicht

Anleitung: Innenseite einer geschlossenen Weinkiste mit Papier oder Tapetenresten bekleben oder nach Belieben streichen (oder beides) und Bilderhaken oder eine Regalaufhängung aus dem Baumarkt auf der Rückseite anschrauben, um es an die Wand zu bringen.

4. Großes Wandregal

Schwierigkeitsgrad: mittel

Anleitung: Kisten nach Belieben (akkurat eng beieinander oder luftig) stapeln, beispielsweise zwei nebeneinander, eine hochkant, die andere quer, die nächste Lage umgekehrt. Mehrere Lagen möglich, anschließend mit Schrauben die einzelnen Kisten verbinden.

Dieses Regal könnte man anstatt mit Deko, Büchern oder sonstigem Füllmaterial auch mit Weinflaschen, beispielsweise dem liebsten Riesling, Rotwein oder gleich der ganzen Sammlung deutscher Weine, ausstatten. Tada: Fertig ist ein äußerst stilvolles Weinregal!

5. Tablett

Schwierigkeitsgrad: mittel

Anleitung: Weinkiste mit geradem Boden zerteilen, sodass nur ein schmaler Rand stehen bleibt. Nach Belieben streichen.

6. Couchtisch

Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll

Anleitung: vier Kisten mit den Seiten nach oben im Quadrat auf eine Holzplatte schrauben, an der Unterseite der Holzplatte bei Bedarf Möbelrollen befestigen und wenn gewünscht auf die Oberseite eine Glasplatte legen (mit Anti-Rutsch-Pads fixierbar).

Und sogar in unserm Vicampo-Büro kann man sie finden: Weinkisten zum Beispiel von Schloss Johannisberg als Aufbewahrungselemente im – aufgepasst – allseits beliebten, bekannten und häufig nachgeahmten Regal mit viereckigen Regalflächen des bekannten und bereits erwähnten Möbelhauses. Sogar in unserer Küche sind die Weinkisten in Verwendung, nämlich als Teekiste.

Eine “Geschäftsidee” zum Schluss: Wer etwas handwerklich begabt ist, der kann, Recherchen zufolge, für solche Möbel locker ein paar Hundert Euros verlangen (ob sie gezahlt werden, ist eine andere Frage). Als Geschenke finden die kleinen handwerklichen Kostbarkeiten mit Nostalgiefaktor auf jeden Fall reißenden Absatz. So führt man die ausgedienten Kisten vom Ende einer Karriere zum Anfang einer neuen Existenz – ein äußerst weinaffiner Gedanke!

Titelbild: © flickr/Poiseon Bild & Text

"Wer in dem Weinstädtchen Hochheim aufwächst, kommt zwangsläufig und häufig mit Wein in Kontakt - auch wenn ich Rotwein dem Rheingauer Riesling vorziehe, hat sich diese Bindung bis heute vervielfacht. Wein, das “fast-Hobby”, für das man nie genügend Zeit hat, wird mit einem Praktikum bei Vicampo belebt. Mittlerweile habe ich, in Teilzeit promovierende Ägyptologin, meinen Arbeitsschwerpunkt von der Wüste in die Welt der Weine verlegt und grabe hier nach Wissenswertem rund um den Rebsaft."

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