Kluge Köpfe raten zum Wein

– Tipps & Tricks

Wein ist mehr als ein Lebensmittel. “Wein ist Poesie in Flaschen”, wie der schottisch-britische Erzähler Robert Louis Balfour Stevenson so treffend gesagt hat. Wein ist ein Erzeugnis, das Menschen bewegt, Dichter und Denker, Philosophen und Stammtischrhetoriker zur Höchstform auflaufen lässt. Bereits die alten Griechen gaben allerlei zum Thema Wein zum Besten. So konstatierte schon der weise Plutarch: “Der Wein ist unter den Getränken das nützlichste, unter den Arzneien das schmackhafteste, unter den Nahrungsmitteln das angenehmste.” Und auch Platon, der schließlich als Begründer der abendländischen Philosophie gilt, wusste: “Der Wein ist ein Geschenk der Götter, sie haben den Wein dem Menschen aus Erbarmen gegeben.”

Selbst die Bibelfrommen konnten sich dem Bann des deutschen Weins nicht entziehen und Martin Luther fügt hinzu: “Bier ist Menschenwerk, der Wein aber ist von Gott.” Und auch unsere deutschen Dichter und Denker haben ihren Senf zum Wein abgegeben. “Ohne Wein und ohne Weiber hol‘ der Teufel unsere Leiber”, stellte Johann Wolfgang von Goethe fest. Wer also beim nächsten Glas Wein in die Stimmung gerät, philosophischen Anwandlungen nachzugeben oder vor seinen Freunden einfach etwas anzugeben, dem seien diese Zitate kluger Köpfe als Anregung mit auf Weg gegeben:

“Wo aber der Wein fehlt, stirbt der Reiz des Lebens.” Euripides

“Man führt gegen den Wein nur die bösen Taten an, zu denen er verleitet, allein er verleitet auch zu hundert guten, die nicht so bekannt werden.” Georg Christoph Lichtenberg

“Der Wein steigt in das Gehirn, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von feurigen und schönen Bildern.” William Shakespeare

“Das Brot ist die ewig unveränderte unterste Grundlage aller Erden- und Menschheitsgeschichten, der Wein aber die edelste Gabe der geistdurchdrungenen, lebenswarmen Natur.” Gottfried Keller

“Wer als Wein- und Weiberhasser jedermann im Wege steht, der esse Brot und trinke Wasser, bis er daran zugrunde geht.” Wilhelm Busch

Recht haben die alten und nicht ganz so alten Weisen! Aber auch der Volksmund hat eine eindeutige Meinung zum edlen Rebsaft. Sprichwörter wie “Die Liebe im Haus und der Wein im Kopf lassen sich nicht vertuschen”, “Guter Wein verdirbt den Beutel, schlechter den Magen” und “Wo der Wein eingeht, geht die Scham aus” verleihen den Gedanken rund um das Genussmittel Wein Ausdruck.

Ein deutsches Sprichwort besagt: “Wenn Koch und Kellner Freunde sind, so ist’s um den Weinkeller geschehen.” In Frankreich heißt es “Der Wein ist die Milch der Greise”, während man dem Wein im Land des Drachen eine deeskalierende Wirkung attestiert: “Drei Glas Wein machen hundert Streitgesprächen ein Ende.” Und die Venezianer empfehlen Folgendes bezüglich italienischen Weins: „Trink den Wein und lass das Wasser der Mühle.“

Auch großen Männern mit politischem Einfluss wollen wir unser Gehör schenken, denn auch sie ließen ihrer Meinung über Wein freien Lauf:

“Wein saufen ist Sünde, Wein trinken ist beten. Lasset uns beten.” Theodor Heuss

Auch die Expertenmeinung ist an dieser Stelle gefragt. Der englische “Wein-Papst” und Autor mehrerer Bestseller zum Thema Wein, Hugh Johnson, akzentuiert die wesentlichen Vorteile des Wein-Trinkens: “Weintrinker sehen gut aus, sind intelligent, sexy…“ Um jedoch dem Vorwurf voreingenommen und subjektiv zu sein zuvor zukommen, sollen auch die negativen Stimmen zu Wort kommen. Mark Twain ließ sich dazu verleiten, Folgendes über den deutschen Wein zu sagen: “Die Deutschen lieben Rheinwein. Er wird in schlanke Flaschen gefüllt und für ein gutes Getränk gehalten. Von Essig unterscheidet er sich durch das Etikett.” Aber auch ein Twain ist schließlich nicht unfehlbar! Führen wir also gleich den Gegenbeweis an, der unseren Rheingauwein wieder ins rechte Licht rückt: „Die Erde wär‘ ein Jammertal, voll Grillenfang und Gicht, wüch’s uns zur Lindrung unsrer Qual, der edle Rheinwein nicht”, so Ludwig Christoph Heinrich Hölty.

Goethe wusste den Wein zu schätzen - ein kluger Mann © pixabay/WikiImages
Goethe wusste ein gutes Glas Wein zu schätzen – ein kluger Mann © pixabay/WikiImages

Welches Zitat nun den wichtigsten philosophischen Gedanken in sich trägt, darüber sollte sich jeder bei einem guten Glas Wein selbst eine Meinung bilden, denn schon Johann Wolfgang von Goethe erkannte: “Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken.”

Zum Schluss:

Das Wasser gibt dem Ochsen Kraft,
dem Menschen gibt’s der Rebensaft.
Drum, Bruder, trinke aus den Wein,
Du willst doch wohl kein Ochse sein.

In diesem Sinne: Prost und Helau!

Titelbild: © pixabay/AndressaRodrigues

"Wer in dem Weinstädtchen Hochheim aufwächst, kommt zwangsläufig und häufig mit Wein in Kontakt - auch wenn ich Rotwein dem Rheingauer Riesling vorziehe, hat sich diese Bindung bis heute vervielfacht. Wein, das “fast-Hobby”, für das man nie genügend Zeit hat, wird mit einem Praktikum bei Vicampo belebt. Mittlerweile habe ich, in Teilzeit promovierende Ägyptologin, meinen Arbeitsschwerpunkt von der Wüste in die Welt der Weine verlegt und grabe hier nach Wissenswertem rund um den Rebsaft."

Hinterlasse eine Antwort