Christian Honrath vom Weingut Clemens Honrath

Jung, frisch und experimentierfreudig

– Weine & Winzer

Als Jungwinzer auf Anhieb einen Stern im Eichelmann, eine Traube im Gault Millau und ein F im Feinschmecker zu bekommen, schafft nicht jeder. Christian Honrath überzeugt mit neuen Ideen und frischem Wind auf dem Weingut Clemens Honrath.

Das Weingut Clemens Honrath an der Nahe ist erfrischend jung. Zwar ist es bereits seit 1763 im Familienbesitz, doch der junge Diplom-Önologe Christian Honrath bringt als Betriebsleiter frischen Wind in das Gut. Sein Vater steht ihm als Leiter des Außenbetriebs zur Seite. Der junge Winzer sammelte bereits Berufserfahrung in Südafrika und Neuseeland und arbeitete auch schon im Weingut Emrich-Schönleber.
Das Weingut Clemens Honrath umfasst 6,5 Hektar Rebflächen, auf denen Grauburgunder, Riesling, Weißburgunder, Dunkelfelder und Spätburgunder sowie Acolon und Scheurebe wachsen.

Die Bodenstruktur am Rothenberg

Bloß kein Stillstand

Christian Honrath liebte es schon als Fünfjähriger, seinem Vater im Weinberg zu helfen und Traktor zu fahren. Früh lernte er Weine zu verkosten und heute ist die Sensorik und die Verkostung seine liebste Tätigkeit im Weingut. Der sportliche Winzer, der gerne klettert und Rad fährt, freut sich darüber, dass seine Weine so individuell sind und dass das Weingut Clemens Honrath in Langenlonsheim ein so vielfältiges Sortiment anbieten kann. „Wir schaffen den Spagat zwischen Tradition und Moderne.“, sagt er stolz und ergänzt: „Das wollen wir auch so fortführen. Bei uns zählt Kontinuität. Außerdem planen wir, die Rieslingfläche weiter auszubauen.“ Wenn man Christian Honrath fragt, was seiner Meinung nach die drei wichtigsten Dinge sind, die man über sein Weingut wissen muss, dann kommt es wie aus der Pistole geschossen: „Riesling, Terroir und Experimentierfreudigkeit!“
Gerade der letzte Punkt gewinnt seiner Meinung nach immer mehr an Bedeutung, denn der Klimawandel sorgt dafür, dass sich die Winzer an wechselnde Bedingungen anpassen müssen. „Wir müssen innovativ sein und unsere Rebsorten weiterentwickeln.“, erklärt Christian Honrath.

Ein Traum

Der junge Winzer hat keinen Lieblingswein, denn er schätzt seine Kollektion im Ganzen. „Und der letzte Jahrgang, der 2012er, war ein Traum! Wir hatten eine Traumqualität, Traumbedingungen, eine lange Lese – es war alles toll.“, kommt der Winzer ins Schwärmen. 2011 schrieb der Gault Millau über das Weingut: „Aus dem Stand ist ihm der Sprung unter die besten Weingüter […] gelungen.“ Und 2012 wurde ergänzt: „Im letzten Jahr gab es die erste Traube, in diesem Jahr wurde uns eine weitere stark herausgearbeitete Kollektion präsentiert. Auf diesem Weingut sind weitere Fortschritte zu sehen. Von den positiv rustikalen und charmant herausgearbeiteten Gutsweinen, bis zu den Spitzen-Lagenweinen, die kraftvoll federnd den Bodencharakter geschmacklich betonen. Hier werden authentische Unikate hergestellt, die eigenständige Persönlichkeit und Klasse aufweisen.“ Christian Honrath freut sich über diese positive Resonanz seiner Arbeit. „Generell sehe ich Kritiker wie Gault Millau und Eichelmann sehr positiv, da sie immer das Kollektiv bewerten.“, erklärt er.

Zu dem Weingut Clemens Honrath gehören so einige Spitzenlagen. So sind das Königsschild, der Rothenberg und der Löhrer Berg Grand Cru-Lagen, auf denen schon vor über drei Jahrhunderten Wein angebaut wurde. Das Anbaugebiet Nahe bietet eine enorme Bodenvielfalt, die den Weinen ihr ganz besonderes Terroir schenkt. Um das mal zu probieren, empfehlen wir besonders die Scheurebe QbA trocken und den Riesling QbA feinherb als Basisweine. Die Königsschild Riesling Beerenauslese ist ein ganz besonderer Wein, der sich in einem tollen Goldgelb und mit Aromen von Mango und Quitte präsentiert.

„Wenn ich keinen Wein trinke, dann greife ich zu Traubensaft!“, sagt der Winzer als echter Weinfan. Ausländische Weine trinkt Christian Honrath jedoch eher selten und nur, wenn er auch gerade in dem jeweiligen Land ist.

Braucht er ja auch nicht, er hat ja genug tollen Wein zu Hause!

"Aus dem hohen Norden stammend, brachte mich das Schicksal nach Mainz und stellte mir den Wein vor. Mit einer Leidenschaft für das geschriebene Wort und viel Liebe zur Natur war es ein Leichtes sich nach dem Studium in Frankfurt für die Redaktion bei Vicampo.de zu entscheiden. Hier schreibe ich über Wein und Winzer und halte Euch auf dem neuesten Stand, was in der Weinwelt vor sich geht."

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